| 22.07.07:
Nach dem Frühstück wollte Chris noch mal unbedingt zum Schnorcheln
in die Felsenbucht vom Cap Drastis bei Sidari. Bis
wir alle unten in der winzigen Bucht angekommen waren, fuhr ich mit
meiner Enduro das letzte Stück Schotterpiste vier Mal rauf und
runter, da Grit sich nicht mit dem Roller über den losen Untergrund
trauen wollte. Erstaunlicherweise parkten am Ende des Weges an diesem
Tag fünf bis sechs Autos. Also war es
nichts mit der Ruhe in einer abgeschiedenen Bucht. Wir fanden ja kaum
ein Plätzchen auf den Felsen, um unsere Decke auszulegen. Nachdem
Chris eine Zeit lang vergeblich Fische beim Schnorcheln gesucht hatte
und wir auf den Felsen genug von der Sonne gegrillt worden waren, verließen
wir diesen Ort wieder. Den restlichen Tag hatten wir genug von Unternehmungen
und laulenzten am Pool unseres Hotels Panos. Als es Zeit für das
Abendessen war, machten wir uns dann auf zum „Lemon Garden“
in Acharavi . Die Sonne stand noch kurz oberhalb des Horizontes, als
wir einen Tisch gefunden hatten, und so konnten wir diesmal gut erkennen,
wie viele dicke Zitronen uns über den Köpfen hingen. Ausklingen
ließen wir den Abend mit ein wenig Schlendern durch die Geschäfte
links und rechts der Hauptstraße und mit einem abschließenden
Besuch in der netten „Yamas“-Bar bei leckeren Cocktails.
23.07.07:
Grit und Dirk Tag. Dies bedeutete: die Kids tummelten sich im Pool und
machten Acharavi unsicher, während wir zum höchsten
Gipfel von Korfu, dem Pantokrator, starten wollten. Vorher
schauten wir uns noch nach einem Autovermieter um, da Grit für
zwei Tage ein Auto mieten wollte (u.a. für Fahrten nach Kerkyra,
da 40km eine Strecke mit dem 50er-Roller zu weit und zu anstrengend).
In den vorangegangenen Tagen hatten wir immer schon mal wieder Preise
bei diversen Verleihern verglichen. Einen Vertrag (deutschsprachig,
Vollkasko ohne Selbstbeteiligung) haben wir dann in Acharavi
in der Seitenstraße Nähe „Pumphouse“ abgeschlossen
(halbes gelbes Auto auf dem Dach). Interessant waren hier auch die Vertragsverhandlungen.
Die nette ältere Dame war sehr gesprächig, zeigte uns Fotos
von ihren Urlauben in Kanada und erzählte von ihren Vögeln
und Katzen, die zeitgleich durch das Büro turnten und besonders
das Druckerpapier zum Fressen gern hatten. Der kleine Daewoo Matis mit
Klimaanlage sollte 60€ für die zwei Tage kosten und war somit
sogar 15€ günstiger als vergleichbare Wagen bei anderen Vermietstationen.
Wieder im Hotel machten wir uns für die „Erklimmung“
des Pantokrators fertig. Der Straße durch kleine Ortschaften wie
Trimodi und Eriva mit ein oder zwei Tavernen folgend, strebten wir dem
Gipfel entgegen. Zwischendurch gab es immer wieder einen schönen
Ausblick auf die Bucht
von Acharavi. Schließlich wurde die Vegetation immer karger. Die
Umgebung der nun zu befahrenden Betonpiste glich schon fast einer Mondlandschaft,
als wir den Pantokrator mit seinem Wald aus Funkantennen direkt vor
uns hatten. Noch ein zwei steile und enge Kurven und wir erreichten
das Ende der Straße. Parken konnte man hier am besten mit dem
Bike, denn viel Platz für Autos gab es nicht. Aus diesem Grund
standen die Fahrzeuge einer geführten Jeep-Tour schon in einer
Reihe vor der letzten Kurve am Straßenrand. Die Aussicht von hier
oben war genial. In der taktisch/praktisch gelegenen Taverne ließen
wir unseren Blick über das Hinterland von Korfu, nach Albanien
und bis nach Kerkyra schweifen. Leider störte der Dunst ein wenig.
Direkt neben einem großen Funkmast gelangten wir dann durch ein
Tor in den Innenhof des Pantokrator Klosters (Eintritt frei). Vorbei
an einem kleinen Springbrunnen, in den Besucher Geld geworfen hatten
(ähnlich Trevi-Brunnen in Rom?), gingen wir in die Kirche. Die
Gestaltung war typisch griechisch orthodox mit viel Gold und Fresken
an der Decke. Ein Ort der Ruhe und Besinnung.
Bei dem folgenden Rundgang um die Kirche entdeckten wir, in nördlicher
Richtung blickend, das einige Meter tiefer liegende aus Ruinen auferstandene
Dorf Paleo Perithia. Dort hatten wir doch noch vor vier Tagen in der
netten Taverne Foros gesessen...
Nachdem
uns der teilweise heftige Wind in über 970 Metern genug um die
Ohren gepfiffen hatte, machten wir uns auf den Rückweg mit Ziel
Acharavi. Von dort ging es weiter zum Almyros Beach und nach Osten über
die unbefestigte Piste den Strand entlang. Doch was war das? Einige
Kilometer weiter, ungefähr in Blickrichtung Pithos, waren plötzlich
Rauchschwaden am Himmel zu sehen. Einen Augenblick später schlugen
meterhoch Flammen aus den Bäumen und Sirenen von Feuerwehrfahrzeugen
waren zu hören. Hoffentlich breitete sich der Waldbrand nicht weiter
aus. Sollten wir jetzt wieder zurück zum Hotel? Als der Rauch aber
nach einiger Zeit schon geringer wurde, entschlossen wir uns, weiterzufahren
und erreichten schließlich einen schönen Sandstrand in der
Nähe des Hotels Blue Sea (Bucht von Spiridonas). Der Sprung ins
Meer war eine herrliche Erfrischung. Mittlerweile konnten wir auch Gott
sei Dank keinen Rauch mehr am Himmel entdecken. Entwarnung. So beruhigt
und erfrischt machten wir vor der Rückfahrt zum Hotel noch einen
Abstecher zu einer Taverne direkt am benachbarten Strand. Besonders
reizvoll erschien uns hier ein einzelner unmittelbar am Meer aufgestellter
Tisch neben einem auf dem Trockenen liegenden blauen alten Fischerboot.
Leider wurden wir aufgrund einer Reservierung sofort verscheucht. Schade,
es war so ein romantisches Plätzchen. Reservierung? Hm. Wir versuchten
es auch für einen der folgenden Tage, hatten aber keine Chance,
da abends alle Termine bis Ende der Woche schon vergeben waren. Und
nächste Woche sollten wir schon wieder deutschen Boden unter den
Füßen haben. Pech.
Wieder im Hotel angekommen, sammelten wir die Kids ein und fuhren an
den Strand von Acharavi in die Fuego-Bar zum Abendessen.
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