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REISEBERICHT    KORFU   (ionisches Meer)


(Urlaub 2007)

24.07.07:
Unser Ausflug nach Kerkyra (Korfu-Stadt) und zum Achillion. Als wir gegen 11:00 Uhr das am Tag zuvor bestellte Auto abholten zeigte das Thermometer bereits 37 Grad. Es sollte ein heißer Tag werden. Meine Freundin und die Kids fuhren im Auto und ich mit der Enduro hinterher. Wann konnte man in Deutschland schon mal bei so einem tollen Wetter Motorrad fahren. Das musste ich einfach ausnutzen. Die Straße schlängelte sich die Küste entlang. Eigentlich ein tolles Revier für Biker, aber der rutschige Asphalt auf Korfus Straßen war sehr mit Vorsicht zu genießen (keine Beimischung von aufrauendem Granulat!). Starke Schräglagen sollte man mit dem Zweirad tunlichst vermeiden! Zwischen Pirgi und Ipsos kamen wir durch einen Küstenort, in dem sich Bar an Disco und Disco an Bar reihte. War hier der Ballermann von Korfu? Nichts wie weg hier. Plötzlich hörten wir wieder Feuerwehrsirenen und entdeckten Rauch im Hinterland. Hoffentlich konnten die Feuerwehren den Waldbrand wieder schnell unter Kontrolle bringen.
Mittlerweile hatte sich die Luft so erwärmt, dass ich bei der Weiterfahrt auf meinem Motorrad keine Abkühlung durch den Fahrtwind mehr Korfu, Kerkyra, Lidlbekam. Mich beschlich eher der Eindruck, gegen den Luftstrom eines eingeschalteten Föns zu fahren. Kurz vor Kerkyra wurde die Straße breit und 4-spurig. Vorbei an einem Lidl-Markt (die gibt es wohl überall) wuselteten wir uns durch den Trubel der Stadt, immer wieder auf der Suche nach eindeutigen Straßenschildern zum Achilleion. Dies sollte unser erstes Ziel werden, da wir es vermeiden wollten, uns in der größten Hitze des Tages durch die Gassen der Hauptstadt von Korfu zu quälen. Ein zufälligKerkyra, Achilleion / Achillion: Prinkbau von Sisi entdecktes Thermometer zeigte nämlich inzwischen 42 Grad im Schatten an. Mit etwas Glück und auch Fahren nach Gefühl erreichten wir über Kanali schließlich das Achilleion, das von 1890-1892 im Auftrag der lungenkranken Kaiserin Elisabeth I. von Österreich, kurz Sissi, erbaut worden war. Seinen Namen hat das Achilleion von dem griechischen Halbgott Achilles, dessen Mut und Kraft sie verehrte. Nach einer willkommenen Abkühlung der Beine durch einen Wasserschlauch und Begleichung des Eintrittspreises in Höhe von 21€ (Familienpreis ohne Führung, Details siehe Kostenübersicht) ließ man uns auf das Grundstück des Achilleions. Ein auch heute noch in hellem Weiß erstrahlender Prachtbau mit Säulenportal präsentierte sich uns. Im Inneren war leider nur das größtenteils klimatisierte Erdgeschoss zu betreten, in dem sich die Wohnräume und das Schlafzimmer der österreichischen Kaiserin befanden. Ein abgesperrter aber pompöser Treppenaufgang führte in das darüber liegenden Stockwerk. Ab 1962 war es eine Zeit lang zu einem Spielkasino umgebaut, das auch mal als Kulisse für den James-Bond Film „In tödlicher Mission“ diente (mehr zur Geschichte bei Wikipedia). Nach der Besichtigung der Achilleions wandelten wir auf Sissis Spuren durch die große und schöne Gartenanlage mit Schatten spendenden Bäumen und verschiedenen Statuen. Natürlich fehlte auch Achilles nicht (im vorderen Bereich des Gartens sterbend dargestellt, im hinteren Bereich in Siegerpose). Von hier aus hatte man auch einen freien Blick auf Kerkyra und den Flughafen. Insgesamt gesehen hatte sich der Besuch aber trotz des recht hohen Eintrittspreises gelohnt.
Mittlerweile waren wir wieder gut durchgewärmt von den 42 Grad Lufttemperatur und sehnten uns nach einer Erfrischung im Meer. Auf der Suche nach einer Badebucht fuhren wir Richtung Kanoni und landeten schließlich an einem sehr schmalen Strand bei Agios Sosipater. Nicht schön (steinig und überlaufen), aber es reichte für eine kurze Abkühlung, bevor wir uns unter großen Kerkyra, Moni VlachernaPlatanen in einer Taverne mit gemütlichen Sesseln und Blick auf die neue Burg von Kerkyra niederließen. Die Preise hier waren gar nicht günstig und so gönnten wir uns nur Getränke, Sandwiches und heimlich, aus einer unter dem Tisch abgestellten Tüte, frische knackige Kirschen, die wir zuvor von einer fahrenden Händlerin am Straßenrand gekauft hatten. Zur Entschuldigung: wir mussten auch soo lange auf die mickrigen Sandwiches warten ;-). Etwas gestärkt brachen wir auf zu „dem“ Postkartenmotiv von Korfu, dem Moni Vlacherna. Dem Hinweisschild nach Kanoni folgend, erreichten wir über eine schmale Straße schließlich das Kloster, das nur über eine Hafenmole Verbindung mit der Insel Korfu hatte. Wer wollte, der konnte von hier aus Transferfahrten zur benachbarten Mäuse-Insel machen (Namenserklärung: ähnelt aus der Luft der Form einer Maus). Wir besichtigten aber nur den engen Innenhof des Klosters und die kleine typisch griechisch-orthodoxe Kirche. Viel gab es nicht zu sehen und so schlenderten wir außen um das Kloster herum. Direkt daneben entdeckten wir im Meer die Landebefeuerung für die nahegelegene Landebahn des Flughafens, als auch schon, zum Greifen nahe, dicht über unseren Köpfen ein Flieger heranschwebte. Er war so tief, dass man sich schon fast Sorgen um den Glockenturm des Klosters machen musste. Auf dem Weg zurück zu unseren Fahrzeugen kamen wir noch bei einem Getränkestand vorbei. Dabei blieb es dann aber auch, denn wir können jedem abraten, hier etwas zu kaufen; die Preise waren reichlich überteuert. So ist das halt in der Nähe von Touristenmagneten.
Inzwischen näherte sich die Sonne schon langsam dem Horizont und es war nicht mehr ganz so heiß. Ein guter Zeitpunkt nach Kerkyra (Korfu-Stadt) aufzubrechen. Da meine Freundin mit dem AutoKerkyra, Am alten Hafen (Korfu-Stadt) unterwegs war, brauchten wir ein freies Plätzchen ohne Parkverbot. Dies war gar nicht so einfach zu finden bei dem Verkehr, zumal die Innenstadt hauptsächlich aus Fußgängerzonen bestand. Der erste größere Parkplatz an der neuen Burg war leider schon komplett besetzt. Also wuselten wir uns weiter durch die vollen Straßen bis zum nächsten großen Parkplatz in der Nähe des alten Hafens. Erstaunlicherweise war die Gebühr gar nicht so hoch: 3€/Tag. Eine der letzten Parkmöglichkeiten dort gehörte dann schließlich ihr. Mit dem Motorrad hatte ich etwas weniger Probleme ;-). Kurz nach Sonnenuntergang betraten wir die schmalen Gassen der Altstadt von Kerkyra. Immer wieder bemerkten wir, wie untypisch für Griechenland der Baustil und Anstrich der Häuser war. Nicht die Wandfarbe Weiß dominierte hier, sondern warme Ocker-Töne. Der venezianische Einfluss vergangener Zeiten ließ sich nicht leugnen. Die größtenteils gelbliche Beleuchtung der Laternen in den Gassen verstärkte zusammen mit dem Restlicht der versunkenen Sonne noch die schöne Stimmung eines warmen Sommerabends. Mittlerweile ging es schon auf 22:00 Uhr zu und es herrschte ein reges Treiben in den vielen Kerkyra Altstadt am AbendTavernen und Geschäften, wobei aber leider in den Shops größtenteils Souvenir- und Touristenartikel dominierten. Kleine typisch griechische Läden mit Artikeln aus handwerklicher Herstellung oder dergleichen waren eher in der Minderheit. Ruhiger als in den Gassen ging es auf den teilweise etwas versteckt gelegenen Plätzen der Altstadt zu, auf denen viele Sitzgelegenheiten der Tavernen zum Verweilen und Entspannen unter Palmen oder zwischen schön bepflanzten Blumenkübeln einluden. Unser Hunger stellte sich leider erst ein, als wir auf dem großen Platz am Rand der Altstadt und in der Nähe der neuen Burg angekommen waren. Während des Essens wurden wir dort von einer vielfältigen Geräuschkulisse begleitet: Zikaden sägten in den Bäumen über uns, Autos und Mopeds fuhren um den Platz herum. Nebenbei kamen noch Mädels mit einer Sammelbox an unserem Tisch vorbei, nachdem sie mit brennenden Fackeln Kunststücke gemacht hatten. Kaum aufgegessen, „flohen“ wir in die nahegelegene Burganlage, für die ab 19:00 Uhr kein Eintritt mehr verlangt wurde. Über eine Brücke, die einen schmalen Kanal mit vielen am Rand vertäuten Booten überspannte, gelangten wir in den Innenhof der Burg, in dem gerade eine kostenpflichtige Folklore-Veranstaltung endete. Plötzlich strömten uns bestimmt über 100 Menschen entgegen.
So langsam merkten wir, wie anstrengend dieser Tag bis jetzt gewesen war, zumal es schon auf 24:00 Uhr zu ging und wir noch einen recht weiten Rückweg vor uns hatten. Also ging es durch die Altstadt, in der so langsam die Geschäfte schlossen, zurück zu unseren Fahrzeugen. Bei der Rückfahrt fiel uns auf, dass mittlerweile alle Tankstellen, auch die in Korfu-Stadt, geschlossen waren. Würde der Spritvorrat des Motorrades noch reichen (unbekannte Tankgröße, keine Anzeige)? Musste er jetzt wohl. Die Küstenstraße war um diese Uhrzeit stockdunkel und es begegnete uns kaum ein Auto. Dies änderte sich nur kurzzeitig in dem Disco-/Bar-Ort zwischen Pirgi und Ipsos, wo plötzlich zahlreiche Nachtschwärmer die Straße bevölkerten. So gegen 02:00 Uhr nachts kamen wir endlich in Acharavi an. Der Ort war jetzt wie ausgestorben und nur ein Auto parkte noch auf der Hauptstraße. Als wir das Hotelzimmer schließlich wieder erreicht hatten, fiel unser Blick als erstes auf das Außenthermometer: es zeigte jetzt noch 31 Grad an. Zum Schlafen war es irgendwie noch zu warm, und so ließen wir bei einem Gläschen guten griechischen Rotwein den ereignisreichen Tag noch bis ca. 03:30 Uhr Revue passieren.



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