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REISEBERICHT    KOS   (ägäisches Meer)


(Sommerurlaub 2015 auf Kos)


Hinweis: die Unterkapitel des Reiseberichts können direkt angesprungen werden!
Kapitel 1: Ankunft auf Kos (Tigaki, Hotel Efesos Beach)
Kapitel 2: Tankstelle, Marmari, Reggae-Abend im Hotel
Kapitel 3: Taverne "Ampeli", Kardamena, Pili
Kapitel 4: Erster Besuch von Kos-Stadt
Kapitel 5: Taverne "Tam Tam", Koros Beach, Taverne "Ampeli"
Kapitel 6: Pooltag, Tigaki am Abend (Taverne und Bars)
Kapitel 7: Asklepieion, Kos-Stadt, Festung Neratzia
Kapitel 8: Strand beim Alikes Salzsee, Tavernen "Dana's" / "Ampeli"
Kapitel 9: Westküste, "Exotic Beach" (Südostküste), Taverne bei Zia
Kapitel 10: Pooltag, Tigaki Taverne "Esperos" / "King Size" Bar
Kapitel 11: "Cavo Paradiso Beach", "Exotic Beach" , "King Size" Bar
Kapitel 12: Pool, Tigaki "Kivotos" Bar / Taverne "Dana's"
Kapitel 13: "Embros Therme", Kos-Stadt
Kapitel 14: letzter Tag und Abreise von Kos / etwas Fazit


Kapitel 7:


Asklepieion, Kos-Stadt, Festung Neratzia (23.08.2015)


Am Sonntag frischte trotz strahlendem Sonnenscheins der Wind auf. Er blies von Norden, man konnte vom Balkon aus das Meer sehen, die Wellen hatten weiße Kämme. Es war unverändert warm aber vor unserem Balkonfenster rauschten die Bäume neben dem Sägen der Grillen. Nach unserer Partynacht fiel uns das Aufstehen schwer, deshalb legten wir nach dem Frühstück erst einmal ein Schläfchen ein, um wieder fit für den neuen Tag zu werden.
Am frühen Nachmittag fanden wir uns in der Ampeli Taverne neben dem Hotel ein, für einen griechischen Salat als Nachmittagssnack. Derart gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Asklepieion, eine antike Stätte mit einer Tempelanlage; das älteste Krankenhaus der Welt, in dem Hippokrates gewirkt haben soll. Er gilt als der berühmteste Arzt des Altertums und als Begründer der Medizin als Wissenschaft.


Das antike Heiligtum des Asklepios liegt südöstlich von Tigaki, etwa 4 km Heiligtum des Asklepios, Kossüdwestlich von Kos Stadt. Für ein Asklepieion / KosEintrittsgeld von 8 Euro pro Person betraten wir diese historische Stätte. Ein großer freier Platz führte zu einer breiten Treppe, die links und rechts von einer alten Fassadenmauer begrenzt war. Wenn man die Stufen emporstieg, stand man auf einer höheren Ebene, auf der die Reste eines Tempels mit gut erhaltenen griechischen Säulen standen. Von dort aus führte eine weitere breite Treppe, die links und rechts von oval geschwungenen Mauern begrenzt wurde, wieder eine Ebene höher. Von dort oben hatte man einen herrlichen Blick über die tieferliegenden Orte, die von üppiger Vegetation zwischen den Häusern durchzogen waren, das Meer und die dahinter liegende bergige türkische Küste.

siehe auch unser Video: Griechenland / Kos, Teil 10: antikes Asklepion, weitere Bilder findet Ihr in unserer Asklepion-Bildergalerie.
Es war wie ein magischer Ort, die Luft flimmerte warm, die Grillen sägten, das Auge war betört von den intensiven Farben. Der in der Sonne hell strahlende Sandstein der Säulen, das satte dunkle Grün der Zypressen und Lebensbäume, das dunkle Blau des Meeres und das strahlende hellere Blau des Himmels, wie ein antikes Kunstwerk. Die Tempel- und Gebäudereste sowie die umherliegenden Steine und Mauerreste ließen erahnen, wie großPlatane des Hippokrates / Kos und beeindruckend diese Anlage einst war.
Nachdem wir all diese Eindrücke aufgenommen hatten, sowie ein erfrischendes Eis beim Verlassen der Anlage, beschlossen wir, weiter nach Kos Stadt zu fahren und unseren Kulturtrip fortzusetzen und die dortige Festung zu besichtigen. Die Fahrt war kurz, nach etwa 10 Minuten trafen wir in Kos Stadt ein. Die Suche nach einem Parkplatz fürs Motorrad war erfolgreich, wir parkten direkt an der Hafenpromenade in einer langen Reihe von Zweirädern aller Art. Zu Fuß gingen wir auf Erkundungstour, zuerst zur 1000jährigen Platane des Hippokrates, nur ein paar Schritte vom Hafen entfernt auf der anderen Straßenseite. Dabei nahmen wir einen Weg, der links und rechts mit auf der Erde lagernden Flüchtlingen bevölkert war, eine befremdliche Situation.
Nach ausgiebiger fotographischer "Beweisaufnahme" dieses alten Baumes wandten wir uns der Festung Neratzia (altes Johanniter-Kastell) zu, die über eine die Straße überspannende steinerne Brücke zu erreichen war. Von der Brücke aus sah man noch mehr Flüchtlinge, die ganze Straße bis zum Fährhafen war auf beiden Seiten mit Decken und Pappunterlagen voller Menschen besetzt, viele hatten Kinder bei sich.
Wir wandten uns der Festung zu und sahen uns erst einmal an der Festungsmauer um, ließen den Blick über den Fährhafen schweifen, eine PS-starke Fähre legte gerade in Richtung Türkei ab.
siehe auch unser Video: Griechenland / Kos, Teil 12: Kos-Stadt / Festung Neratzia
Die türkische Küste schien hier sehr nah, auf dem Meer fuhren kleinere Schiffe und die Ausflugssegelboote vorbei. Die Festung selbst bestand aus einem inneren Kern aus Gebäuden mit hohen Mauern. Darum herum ein großer breiter Graben, bis dann die breiten begehbaren Außenmauern das Bauwerk nach außen abschlossen und früher vor Feinden schützten. Diese grenzten einerseits an den Hafen und auf der anderen Seite ans Meer, einst ein strategisch wichtiger Ort. Wir spazierten durch die Anlage, bestaunten die Mauern, die Pflanzen, die hier wuchsen (Palmen, ein Granatapfelbaum mit Früchten, riesige Oleander, bunte Bougainvilleas). Zwischen den Mauern begegneten wir auch einer majestätischen schwarzen Katze, die sich auf den Steinen sonnte. Sie sah aus wie ein ägyptischer Gott, wie der Hüter dieses Ortes. Sie erhob sich und stolzierte davon, mit einem arroganten Miauen in unsere Richtung.
Aus den Schießscharten der Mauern konnte man die im Yachthafen liegenden Schiffe sehen, riesige Segelschoner neben Luxusjachten, es war ein reges Treiben. Nachdem wir uns an allem sattgesehen hatten, und am Hafen bei einer Erfrischung in den Sonnenuntergang geschaut hatten, bummelten wir in Richtung Stadtmitte, ließen uns einfach treiben. Vorbei an der Markthalle und der schönen Kirche mit den beleuchteten Kreuzen führten uns die Füße zur Taverne Alexandros, die uns letztes Mal so gut gefallen hatte. Dort ließen wir uns das Abendessen „Mixed Grill 1“ für 6,80 Euro schmecken und ließen den Tag Revue passieren.
Erst spät machten wir uns auf den Rückweg. Auf der Rückfahrt hatte unser Motorrad ein Problem, es machte komische Geräusche. Wie sich am nächsten Tag herausstellte, war die Kette an mehreren Stellen so starr und unbeweglich, dass sie vom Verleiher Nico mit Fett und Zange wieder beweglich und gangbar gemacht werden mußte. Trotzdem waren wir an diesem Abend mit verlangsamter Fahrt noch gut zurückgekommen, gegen 23 Uhr endete unser Ausflug in die Kultur der Antike. Da die Hotelbar noch geöffnet hatte, ließen wir uns gern zu einem Cocktail verführen. Der Barkeeper Onur zauberte uns einen Long Island Icetea und einen seiner Spezialcocktails. Immer ein Erlebnis. Erst spät zogen wir uns dann etwas geschafft in unser Zimmer zurück. Wieder war ein schöner Tag zu Ende.


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