Allgemeine Informationen, Tipps zu Kreta



Lage:
zwischen der südlichen Ägäis / dem Kretischen Meer im Norden und dem Libyschen Meer im Süden, ca. 100 km südlich vom griechischen Festland.
Kürzeste Entfernung zum afrikanischen Festland ca. 295 km und zur im Osten liegenden Insel Karpathos ca. 76 km (Kreta ca. 152 km).

Größe:
größte Insel Griechenlands mit einer Küstenlänge von ca. 1066 km. Die größte Ausdehnung ist in West-/Ostrichtung und erstreckt sich über eine Länge von ca. 255 km. Die breiteste Stelle (Nord-/Südrichtung) beträgt ca. 60 km und die schmalste ca. 12 km.

Zeit / Zeitzone:
Auf Kreta ist es ganzjährig eine Stunde später als z.B. in Deutschland (Mitteleuropa).

Größte Ortschaften:
Heraklion (Iraklio), Chania, Rethymno, Agios Nikolaos und Ierapetra

Beliebteste Touristenorte:
Chania (Norden), Rethymno (Norden), Ierapetra (Süden), Plakias (Süden), Agios Nikolaos (Osten), Bali (Norden), Malia (Norden)

Beste Reisezeit:
Mai bis Oktober. Frühling für Wanderungen ideal (grüne und blühende Vegetation). Baden wird ab etwa Anfang Juni angenehm (für den, der es lieber warm mag). Selbst in den Hochsommermonaten läßt es sich durch eine leicht kühlende steife Meeresbrise noch relativ gut aushalten (von Norden kommender Meltemi besonders im Monat August). An manchen Tagen kann der Wind an der Nordküste schon mal heftig wehen, was aber meist nur ein bis drei Tage andauert. In noch weniger Fällen kann der heftige Wind auch mal den Süden treffen. So wurden in einem Jahr sogar mal alle Touristen aus Plakias evakuiert, da der Wind so heftig war, dass man z. B. beim Öffnen eines Süd-Fensters sofort sandgestrahlt wurde. Dies ist aber an der Südküste sehr, sehr selten der Fall.

Strände:
Das Meerwasser ist glasklar und viele Strände (feinsandig bis leicht kieselig) sind mit der "blauen Flagge" ausgezeichnet (EU-weites Symbol für hohe Qualität von Wasser und Stränden). Manchmal sollte man vor dem Strandbesuch den Wind (Meltemi) im Auge behalten. An einigen Tagen (meist nur über maximal drei Tage) weht der Meltemi an der Nordküste so stark, dass man gut durchgepustet wird und das Meer aufgewühlt ist. Dann wird auch schon mal die rote Flagge am Strand hochgezogen und Lifeguards achten an überwachten Küstenabschnitten darauf, dass niemand mehr ins Meer geht. Dies sollte man, sind die Wellen noch so schön, dann auch tunlichst unterlassen, da sich sehr gefährliche für das ungeschulte Auge nicht sichtbare Unterströmungen bilden können, die selbst geübte Schwimmer auf das offene Meer hinaustreiben.

Wassersport:
An allen größeren Stränden bietet sich die Möglichkeit Wassersport zu betreiben: Parasailing, Jetski, Waterpark, Tauchen, Schnorcheln, Motorbootfahrten.

FKK:
Offiziell ist FKK erst mal in Griechenland in der Öffentlichkeit verboten. An manchen Strandabschnitten wird es aber geduldet (hauptsächlich im Süden der Insel). Dazu zählen z.B. folgende Strände: Filaki Beach, Strand Hersonissos, Strand von Sougia, Pachia Ammos Beach, Strand von Komos, Sarakiniko Beach, Strand von Agios Pavlos, Drymiskianos-Strand, Aris Petrakis.

Flughafen:
Kreta besitzt an der Nordküste zwei Flughäfen, die international angeflogen werden: Heraklion und Chania.

Geld:
Auf Kreta wird auch mit dem Euro bezahlt. Im Juni 2022 waren die Preise, speziell für Essen und Trinken in Tavernen, etwas niedriger bzw. ähnlich wie in Deutschland. Banken sind in größeren Ortschaften zu finden, ansonsten gibt es zahlreiche Geldautomaten. Die Öffnungszeiten der Banken sind in der Regel nur Vormittags: Mo.-Fr. 08:00-14:30.

Kirchen / Religion:
Auf Kreta gibt es zahlreiche schöne Kirchen und Kapellen (griechisch-orthodox). Es ist darauf zu achten, dass man diese angemessen betritt. Das heißt: nicht in Badesachen, Schultern und Beine sind bedeckt. Teilweise liegen vor den Kirchen Kleidungsstücke, mit denen man sich während des Besuchs bedecken kann.

Toiletten:
Bei einigen älteren Toiletten sind die Abflußrohre der Sanitäranlagen vom Querschnitt her so klein, dass das gebrauchte Toilettenpapier in den neben dem WC stehende Eimer geworfen werden muß. Wer nicht über ein verstopftes WC klagen will, der sollte sich auch daran halten! Also immer mal bei dem "Besuch der Örtlichkeit" auf eventuell vorhandene Hinweisschilder achten. Neuere Hotels / renovierte Hotels oder Tavernen verfügen mittlerweile über modernere Sanitäranlagen, bei denen eine gesonderte Entsorgung des Papiers nicht mehr nötig ist.

Hunde / Katzen:
Streunende Hunde gibt es auf Kreta so gut wie gar nicht. Neugierige aber auch faule Katzen trifft man ab und an, besonders z. B. vor dem Eingang zum Fort oberhalb von Rethymno. Dort werden sie aber auch gefüttert ;-). Ansonsten waren wir erstaunt, wie wenige Katzen uns über den Weg liefen. Trotzdem waren an einigen Stellen sogenannte Katzen-Cafes aufgestellt (kleine Hütten mit Futter und Wasser, die teilweise auch von Urlaubern gespendet worden waren).

Essen / Trinken / Ausgehen:
Zahlreiche schöne Tavernen und Bars laden zu noch recht moderaten Preisen zum Verweilen ein. Schön sitzt und ißt man z.B. in der Altstadt von Rethymno (aber direkt am Hafen teurer und größtenteils mit "Fängern", die einen hereinlocken wollen!).
Unsere Tavernen-Tipps findet Ihr in unserem Kreta-Forum (auch Eure Tipps sind dort willkommen!)

Sehenswertes auf Kreta:
Rethymno, Chania, Arkadi Kloster, Palast von Knossos (Öffnungszeiten / Preise: s. Linkliste), Samaria-Schlucht, Elafonissi Strand, Lassithi-Hochebene – Zeus-Höhle, Insel Spinalonga...

Mietautos/-Motorräder:
Wer mobil und unabhängig sein möchte etwas von den kleineren Dörfern im Inselinneren sehen oder die schönen Strände erreichen will, der sollte auf Mietstationen für Autos bzw. Scooter/Motorräder oder Quads zurückgreifen. Für einen Besuch von größeren Städten (z.B. Chania oder Rethymno) sind Zweiräder zu empfehlen, da man damit wesentlich besser einen Parkplatz findet. Man sollte dann aber als Fahrer über etwas Erfahrung verfügen, da der Verkehr schon recht "südländisch wuselig" ist. Wer nur mal eben vom Hotel zum Strand vor der Haustür will, der kann sich auch Fahrräder mieten, was aber je nach Windrichtung/-stärke und Sonneneinstrahlung auch anstrengend werden kann. Bei den zahlreich angebotenen Scootern sollte man vorher genau deren Zustand in Augenschein nehmen. Achtet auch immer auf gutsitzende Helme mit schließbarem und möglichst unverkratzen Visier (wer will schon bei 80km/h ein dickes Insekt ins Auge bekommen?)! Bei Autos sind deutschsprachige Verträge mit Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung vorzuziehen. Ausgiebiges Vergleichen und Handeln spart dabei auch in der Hauptsaison bares Geld! Ein entsprechender Führerschein ist vorzuzeigen. Für Zweiräder oberhalb von 50ccm ist ein spezieller Motorradführerschein erforderlich. Wer außerorts ohne Helm fährt und erwischt wird (Polizei ist selten aber unerwartet zu sehen), dem drohen bei Vergehen gegen die Helm- bzw. Anschnallpflicht saftige Geldbussen (350€!). Aber man sollte generell immer die entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen ergreifen (Helm tragen, Anschnallen), zur eigenen Sicherheit, falls doch mal ein Unfall passiert. Unsere Erfahrungen und Tipps zu Verleihstationen von Motorrädern findet Ihr in unsem Forum. Dort könnt Ihr auch gerne Eure Erfahrungen schildern oder Fragen stellen.

Taxi:
ein Taxi findet man meistens an Sammelpunkten. Dort stehen auch auf einer Tafel die entsprechenden Festpreise für zahlreiche Ziele. Hier mal ein paar Beispielpreise für Fahrten ab Skaleta (Stand 2022, vor dem Hotel Creta Royal): Rethymno Old Port 20€, Heraklion Flughafen 80€, Chania Flughafen 90€, Knossos 85€, Kournas See 45€, Bali 35€, Preveli 55€, Aqouarioum 98€.

Straßen:
Der Zustand der Straßen ist größtenteils gut. Selbst Nebenstraßen im Hinterland sind meistens gut asphaltiert. Mit fehlenden Begrenzungen, plötzlichen Schlaglöchern, Bodenwellen oder etwas Sand oder kleinen Steinchen (Steinschlag) muss man aber trotzdem immer mal rechnen. Die Griffigkeit des Asphalts ist auch nicht mit der in Deutschland vergleichbar. Gerade als Zweiradfahrer merkt man recht schnell, dass der Belag rutschiger ist. Deshalb mal eine Warnung: Vorsicht an Tagen, an denen es regnet oder geregnet hat! Dann wird der Asphalt glatt wie eine Eisschicht. Fahrer von Dreirad-Rollern berichteten uns, dass sie in Kurven über alle drei Räder quer gerutscht waren. Mit einem Zweirad hätte das böse geendet. Der auf Kreta praktizierte Fahrstil ist für Nordeuropäer manchmal etwas gewöhnungsbedürftig, gerade in Städten wird schon mal kreuz und quer gefahren. Erstaunlicherweise passieren aber wenige Unfälle. Zweiradfahrer sollten zusätzlich ihre Geschwindigkeit nicht nur ihrem Können sondern auch dem Wind anpassen, der teilweise schon recht böig und heftig blasen kann. Das merkt man besonders auf der zwei- bis vierspurigen Haupt-Ost-Westverbindung (A90/E75/E65, Sitia - Kissamos) an der Nordküste, weil hier teilweise höhere Geschwindigkeiten erlaubt sind. Nicht nur wegen des Windes ist eine angepasste Fahrweise empfehlenswert, sondern auch wegen einiger Geschwindigkeitsmessstellen, die gut versteckt gerade in Bereichen mit geringerem Geschwindigkeislimit positioniert sind (20km/h zu schnell: bis 100€). Anekdote am Rande von einer Einheimischen dazu: im Winter werden die Messstellen meistens abgebaut, da einige Griechen sie als Ziel für ihre Schiessübungen verwenden. Etwas gewöhnungsbedürftig auf der Ost-/Westschnellstraße ist auch, dass eigentlich nirgendwo eine Möglichkeit besteht, links abzubiegen, obwohl die Fahrspuren nicht baulich voneinander getrennt sind (das gilt auch für Zufahrten). Man muss also immer irgendwo rechts auf eine Parallelstraße abbiegen und sich dann irgendwo eine (manchmal abenteuerliche) Unterführung suchen, um in die gewünschte Richtung fahren zu können. Ach ja, die Verkehrzeichen zeigen in dem Fall nicht die vorgeschriebene Fahrtrichtung an (in Deutschland: weißer Pfeil auf blauem Grund), sondern dass links abbiegen verboten ist (durchgestrichener Abbiege-Pfeil). Also nicht durcheinander bringen lassen, wer aus Deutschland kommt.

öffentliche Verkehrsmittel:
Es verkehren auf der Insel regelmäßig Busse, die preisgünstig die wichtigsten Ortschaften und Strände verbinden. Dabei ist zu beachten, dass die Insel zwischen zwei Busunternehmen in einen Ost- bzw. Westteil aufgeteilt ist (s. auch unsere Linkliste).

Ärztliche Versorgung / Medikamente:
Die ärztliche Behandlung in Krankenhäusern und Arztpraxen (teilweise auch deutschsprachig) ist gut bis sehr gut (lt. Aussage einer Einheimischen). Leider sieht es mit der zugehörigen Versorgung der Patienten im Krankenhaus dann ganz anders aus, da das nötige Pflegepersonal fehlt (Stand 2022). Einheimische haben uns erzählt, dass sich nach der Behandlung niemand mehr um den Patienten kümmert (was z.B. die Gabe von Medikamenten bzw. die Körperpflege bettlägriger Patienten angeht) und Angehörige sich selbst darum kümmern müssen (entweder persönlich vor Ort oder teure externe Pflegekräfte zusätzlich bezahlen). Medikamente sind größtenteils preiswerter als in Deutschland (besonders Aspirin oder auch teilweise auf Kreta rezeptfreie Antibiotika). Apotheken sind an einem grünen Kreuz auf weißem Grund zu erkennen. Europäische Krankenversichertenkarte oder private kostengünstige Auslandskrankenversicherungen (z.B. vom ADAC) sind empfehlenswert. Ebenso kann man sich im Vorfeld über Automobilclubs deutschsprachige Ärzte benennen lassen.

Stromversorgung:
220 / 230 Volt. Ein Adapterstecker ist nicht nötig.

Tankstellen:
Die meisten Tankstellen befinden entlang der Inselhauptstraße an der Nordküste. Geöffnet sind die meisten Tankstellen von Montags bis Samstag von 08:00 - 22:00 Uhr (Sonntags ist jeder zweite Tankstelle geöffnet). Keine Selbstbedienung. Der Benzinpreis lag im Juni 2022 für Superbenzin (95) bei ca. 2,455€/Liter und bei Diesel bei ca. 2,045€/Liter.

Unser Eindruck nach zwei 2-wöchigen Urlauben auf Kreta (August/September 2020 und Juni 2022):
Kreta ist eine schöne Insel mit vor allem im Westteil üppiger Vegetation. Gerade im Frühjahr bis hin zum Frühsommer werden ganze Straßenzüge von zahlreichen blühenden Oleanderbüschen gesäumt. Mit über 300 Sonnentagen im Jahr hat man auf Kreta auch schon fast eine "Schönwetter-Garantie". Die Insel ist sehr abwechslungsreich und eignet sich sowohl für ausgiebige Erkundungstouren als auch für einen Strandurlaub. Im Hinterland gibt es schöne Strecken durch ausgedehnte Wälder, nette Ortschaften und imposante Schluchten. Auch die zahlreichen Kirchen und Klöster sind sehenswert, ebenso wie die antiken Ausgrabungsstätten. Auf jeden Fall sollte man der "Old Town" von Rethymno einen Besuch abstatten. Zahlreiche Tavernen und Bars laden zum Verweilen ein, oder man bummelt gemütlich durch die engen Einkaufsgassen mit den vielen kleinen Geschäften. Von Einheimischen wurden wir durchweg freundlich empfangen, gerade auch in den Tavernen und Bars. Kreta hat so viel zu bieten, dass man dort in einem Urlaub nur einen verschwindend kleinen Teil entdecken kann.
Was die Wahl unserer Hotels anging (Pepper Sea Club / Creta Royal), hatten wir alles richtig gemacht. Die Hotels lagen ruhig und boten Komfort und Entspannung. Mobilität mittels Mietfahrzeug war aber auf jeden Fall bei beiden zu empfehlen.
Lange Rede kurzer Sinn, der Urlaub auf Kreta bei Traumwetter war schön, hatte aber einen Nachteil: er war zu kurz ;-). Es gab viel zu sehen und zu erleben (von Entspannen bis Action), aber die Uhren gingen anscheinend auf der Insel schneller, deshalb sollte man entweder den Urlaub verlängern oder erneut anreisen...


Für weitergehende Information lohnt es sich, mal hier zu schauen: Reiseführer-Wanderführer-Empfehlung Kreta .